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last upadate: 11/08/2019       

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 Below, you find a list of my latest publications and work in progress. But before that: read my latest statement:


Der Niedergang des Neoliberalismus

 Im Jahr 1997 habe ich einen Buchbeitrag zum Thema „Staat, Strukturpolitik und Transformation“ geliefert, der eine Lanze brach für staatliche Eingriffe in die Wirtschaft und insbesondere für den Transformationsprozess in den ehemaligen sozialistischen Ländern.  Ich glaube, ich stand damals ziemlich allein auf weiter Flur. Zu dieser Zeit gehörte ich als Abteilungsleiter zu den wenigen Mitarbeitern eines Forschungsinstituts, die in ihrer Universitätsausbildung nicht neoliberal indoktriniert worden waren. Und in der deutschen Ökonomengemeinschaft war ich schon als Vertreter einer „veralteten“ Wirtschaftswissenschaft verschrien. Heute hat sich der Wind gedreht. Karl Polaynyi’s gnadenlose Abrechnung mit dem quasi-religiösen Glauben an die sich selbstregulierende stabilisierende Marktgesellschaft und ihre friedensstiftende Wirkung auf globaler Ebene – geschrieben 1944 unter dem Titel „The Great Transformation“ – erlebt eine Renaissance. Dazu habe ich im Jahr 2019 einen Aufsatz beigetragen unter dem Titel „The Great Transformation in Eastern Europe and the future of capitalism“.  Dort argumentiere  ich, dass der Washington Consensus der 1980er Jahre heute  international  tot  ist - außer in der Europäischen Währungsunion, wo er der Leitfaden für alle Reformversuche geblieben ist , nicht zuletzt unter deutschem Einfluss. Der Internationale Währungsfonds betreibt gegenüber Ländern mit Zahlungs- und Strukturproblemen eine Politik, die, verglichen etwa mit der Politik der EU gegenüber den eigenen Krisenländern, als geradezu gemäßigt bezeichnet werden kann. In der Tat, Jeremy Corbyn hat so unrecht nicht, wenn er behauptet, die Europäische Union sei ein neoliberales Projekt, gegründet 1992 zur Blütezeit neoliberalen Denkens.  

 

Die sich abzeichnende Wende macht sich auch darin bemerkbar, daran, dass in neoliberal orientierten Zeitungen vermehrt die Werke jüngerer Ökonomen besprochen werden, die die Meriten eines ökonomisch aktiven Staates herausstellen. Darauf aufmerksam geworden bin ich durch einen sehr langen Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 11. August 2019 über die Londoner Ökonomin Mariana Mazzucato. Der Beitrag läuft unter dem Titel „Die Außenseiterin“, was aber reines Wunschdenken einer neoliberalen Redaktion ist  (ihr Leiter ist Rainer Hank), denn der Artikel zeigt ziemlich deutlich, wie gefragt Frau Mazzucato mittlerweile als Beraterin von Regierungen und global Playern ist. Freilich, unter deutschen Bedingungen mag sie noch als Außenseiterin gelten; zu stark ist das hiesige ordoliberale Denkkollektiv; der Ordoliberalismus  ist ja nichts anderes als eine frühe Spielart des Neoliberalismus ist. Bemerkenswert ist, dass Frau Mazucato  in ihren Hauptwerk „The Entrepreneurial State“ (2013) auf die Geschichte des Staatsinterventionismus verweist (was ich übrigens in meinem oben erwähnten Beitrag ebenfalls getan habe). Die Redaktion der FAS findet es gar nicht gut, dass selbst in deutschen Regierungskreisen ein industriepolitischer Elan erwacht sei, der aus liberal/neoliberaler Sicht eher als „Pfui gagg“, wie der Wiener seinen Ekel ausdrücken würde.Aber was schon Polanyi deutlich machte: Im Hintergrund scheinbar liberaler Wirtschaftspolitik stehen immer wieder ökonomische Interessengruppen. So ist die Globalisierung, die viele heute als einen natürlichen Prozess begreifen, nichts anderes als ein politisches Konzept unter dem Einfluss nicht nur, aber auch von Interessengruppen, oder, wie Dani Rodrik es bzeichnet, als „the wrong turn of international integration“. Die Aussichten sind gut, dass dieser Prozess korrigiert werden kann.      


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Forthcoming Winter 2019/20: From the socialist command to a capitalist market economy – the case for an active state. In: European Journal of Economics and Economic Policy - Intervention. Special issue on Kazimierzmierz Łaski (1921 - 2015). 

Just in work (forthcoming in early 2020): The Great Transformation in Eastern Europe and its consequences. In: Economic and Labour Relations Review (ELRR), Special issue on  'Capitalism after Communism: Europe and the world1989 -2019'.


Just on the market: ‘Monetary Transformation’, in: Merkel, W., R. Kollmorgen, and H.-J. Wagener (eds.) “The Handbook on Political, Social, and Economic Transformation”,  Oxford: Oxford University Press. £150.00, available also as e-book.


Latest publications:

Winter 2018/19: ‘Reflections on a public risk-sharing capacity for the euro area’. In: Nowotny, E., D. Ritzberger-Gründwald, and H. Schuberth (eds.) „Structural reforms for growth and cohesion”, Edward Elgar Publishing: Cheltenham, UK, 200-214. This is a revised version of my working paper ‘A fire department for the Euro area: reflections on a fiscal risk-sharing capacity’. MPRA Working paper No. 83965, January 2018. Download https://mpra.ub.uni-muenchen.de/83965/

 

Autumn 2017:'Monetary policy independence reconsidered: evidence from six non-euro members of the European Union'. Empirica, 44(3), 567-584, Euro 41,94. Download info: https://link.springer.com/article/10.1007/s10663-016-9337-3?wt_mc=Internal.Event.1.SEM.ArticleAuthorAssignedToIssue

Summer 2017: ‘Explaining trade imbalances, in the euro area: Liquidity preference and the role of finances’ PSL Quarterly Review, vol. 70, n. 280 (June 2017), 155-184Free download: http://ojs.uniroma1.it/index.php/PSLQuarterlyReview/



The Big 2013-2016 Balkan Project: 

'Improving Competitiveness in the Balkan Region – Opportunities and Limits' WIIW-Research Report No. 411. Download via WIIW website:  http://www.wiiw.ac.at/.   

                This report is the English Version of:

‘Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit in der Balkanregion – Möglichkeiten und Grenzen‘. (with Doris Hanzl-Weiss, Mario Holzner, Michael Landesmann, Johannes Pöschl and Hermine Vidovic. wiiw Research Report in German language No. 3, Dezember 2015 , 217 pages including 27 Table and 110 Figures. Download: http://wiiw.ac.at/steigerung-der-wettbewerbsfaehigkeit-in-der-balkanregion--moeglichkeiten-und-grenzen-p-3755.html


 

My current research projects include
 

  • The productivity puzzle – theory and empirics (with a focus on Central and Eastern Europe)
  • Actual problems of European integration, chiefly: reforms of the governance system; in prepration: On the EU-Commissions' concept of a capital market union.
  • Finance, growth and competitiveness of The Western Balkans
  • monetary integration: a new approach for assessing the benefits of having an own currency (ARCH/GARCH modelling)

I am a registered author in EconPapers - http://econpapers.repec.org/  and in Research Gate -      http://www.researchgate.net/profile/Hubert_Gabrisch/info?editInstDialog=true