Chronik

50 Jahre Karnevalsgesellschaft Rot- Weiß Bachem

Es war am 1. Februar 1960, als einige eingefleischte Bachemer Karnevalsbegeisterte beschlossen, die Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Bachem zu gründen. In einer Mitgliederversammlung am 11. Juni 1960 wurde der auf der Gründungsversammlung aufgestellte Vorstand den Mitgliedern zur Wahl vorgeschlagen. Sitzungspräsident und gleichzeitig erster Vorsitzender der Bachemer Karnevalsgesellschaft wurde an diesem Tag Josef Koll.

Allerdings ist auch in den Jahren zuvor in Bachem bereits kräftig Karneval gefeiert worden, wie der damalige Schriftführer des Vereins in einem Protokoll von 1962 vermerkte. Demnach seien die Bachemer Vereine schon seit den vorangegangenen 60 Jahren Veranstalter der Karnevalsfeiern im Ort gewesen. Mit einem Rosenmontagszug wurde seinerzeit auf den Rosenmontags- oder Maskenball eingestimmt, der zahlreiche Besucher auf den Saal lockte. Dieser Karnevalszug nahm seinen Weg zunächst durch Bachem, reihte sich anschließend in den Umzug in Ahrweiler ein und zog hin und wieder auch durch Bad Neuenahr.

Die Verantwortung dafür lag zunächst beim Sportverein, später übernahm der Männerchor die Federführung für die närrischen Tage. Zeitweise kamen auch die Bachemer Möhnen und der Junggesellenverein dazu. Als im Laufe der Jahre parallel zu den gestiegenen Ansprüchen der Besucher die Vorbereitungen intensiviert werden mussten, sah sich kein Verein mehr in der Lage, dies „nebenbei“ zu bewältigen. So kam es zu der anfangs beschriebenen Gründung der Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Bachem.

Im Jahr 1968 wurde der damalige Präsident des Vereins, Willi Ketelaers, Karnevalsprinz in Ahrweiler. 1978 schließlich konnte erstmals in der Geschichte der Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Bachem ein „eigener“ Prinz proklamiert werden, Adolf I. (Gies).

Mit wenigen Ausnahmen finden seitdem die Prinzenproklamationen im Verlauf der Prunksitzung während des Monats Januar eines jeden Jahres statt. Für das Programm und die Leitung haben   in  den  vergangenen  Jahren  wechselnde  Sitzungspräsidenten, auch schon mal im                                   „Doppelpack“,

die Verantwortung übernommen. Seit 2009 liegt dieses Amt in den Händen von Sandra Kelter. In früheren Jahren hatte übrigens der Sitzungspräsident die Möglichkeit der Zensur. So wurde ausweislich des Protokolls der Jahres-Generalversammlung 1962 beantragt, “dass alle Büttenreden mindestens 14 Tage vor dem Sitzung dem Regisseur zur Prüfung vorgelegt werden müssen. Mit diesem Vorschlag ist die Versammlung einverstanden, da Wert auf gute und saubere Vorträge gelegt wird.“

Schon seit 1972 finden Kindersitzungen statt, die aktuell die zweite Veranstaltung im Jahresverlauf sind. Stolz darf der Verein darauf sein, wie oft es bisher möglich war, begeisterte Kinder und Jugendliche zu finden, die das Amt des Kinderprinzen, der Kinderprinzessin oder auch eines Kinderprinzenpaares übernehmen.

Mit dem Startschuss im Jahr 1987 organisierte die Karnevalsgesellschaft fortan auch eine jährliche Seniorensitzung, zunächst in der Gaststätte des ehemaligen Bachemer Winzervereins, dann im Saal. Diese Veranstaltungen erfreuten sich zunächst stetig steigenden Interesses bei den Besuchern. In einigen Jahren war es sogar möglich, einen Seniorenprinz zu proklamieren, weil sich karnevalistische Urgesteine für diesen Spaß zur Verfügung stellten. Nach und nach allerdings wurde offensichtlich, dass diese Veranstaltung leider immer weniger Besucher verzeichnen konnte. Das Aus für die Seniorensitzung folgte zwangsläufig im Jahr 2006.

Insbesondere bei jeder Veranstaltung im Verlauf des Sitzungskarnevals sind die Funkentänze das Salz in der Suppe. Bereits mit der Gründung der Karnevalsgesellschaft wurde ein Funkencorps ins Leben gerufen. Seitdem bereichern Jahr für Jahr Funkengruppen der verschiedensten Altersklassen den Bachemer Karneval. Dazu gesellt haben sich Tanzpaare, Duo-Tanzpaare oder Solomariechen. An dieser Stelle sei auf Doreen Adams hingewiesen, die nicht nur als Mariechen tänzerisch glänzte, sondern 1998/1999 auch als Funkenmariechen des Jahres Aushängeschild unseres Dachverbandes (Regionalverband Karnevalistischer Korporationen Rhein-Mosel-Lahn e. V.) mit seinerzeit 875 Mitgliedsvereinen war.

Zahlreiche Preismaskenbälle gehörten viele Jahre seit Gründung der Karnevalsgesellschaft zum Reigen der karnevalistischen Veranstaltungen in Bachem. Bis einschließlich dem Jahr 1985 fanden sie am Rosenmontag oder Karnevalssonntag statt. Seit 1986 sollte Karnevalssamstag der neue Termin sein. Mit verschiedenen Konzepten und unterschiedlichen Bezeichnungen dieser Veranstaltung war immer die bange Frage verbunden, wie gelingt es, bei vielen gleichzeitigen Veranstaltungen in der Stadt das Publikum nach Bachem zu locken.

Unweigerlich musste eines Tages ein neues Konzept her, das am 21. Februar 1998 unter dem Namen „Happy Holiday-Party“ seine Premiere feierte. Seitdem wird mit jährlich wechselnden Mottos am Karnevalssamstag kräftig „Happy Holiday-Party“ im Saal gefeiert, im vergangenen Jahr bereits in der 11. Auflage.

Ergänzend zu den vorstehenden Erläuterungen zum Karnevalsumzug wird zunächst aus dem Geschäftsbericht für das Jahr 1976 zitiert: „Am Karnevalssonntag nahm die KG Bachem bei dem befreundeten Karnevalsverein ‚Bunte Kuh’ Walporzheim mit einem Wagen am Festzug teil. Rosenmontag fuhr man dann mit dem Wagen durch Bachem, um Klein und Groß mit einem Kamellenregen zu erfreuen.“ Im Jahr darauf wurde dann erstmals seit Jahren wieder tatsächlich ein Rosenmontagsumzug in Bachem veranstaltet. Dies sollte bis einschließlich dem Jahr 1992 auch so bleiben. Allerdings mit einer Ausnahme. Infolge des Golfkriegs 1990/1991 entschlossensich die fünf Karnevalsgesellschaften von Bad Neuenahr-Ahrweiler am 17. Januar 1991, alle noch anstehenden Veranstaltungen abzusagen. Dieser Entscheidung fiel auch der 1991er Rosenmontagsumzug zum Opfer.

Schließlich sorgte ein gewaltiger Wintereinbruch am Rosenmontag des Jahres 1993 dafür, dass der Bachemer Umzug abgesagt und kurzerhand auf den Karnevalsdienstag verlegt wurde. Als der Zuspruch des Veilchendienstagzuges auch nachließ und vor allem die Veranstaltung nach dem Zug wenig Anklang fand, hat man sich im Jahr 2013 dazu entschieden wieder einen neuen Weg zu gehen. Seit 2013 findet der Karnevalsumzug und die "After-Zooch-Party" am Samstag vor Weiberdonnerstag statt. Der Zuspruch hat dem Konzept recht gegeben und wird auch 2014 so stattfinden.

Alljährlich in den Monaten Mai/Juni, in den Anfangsjahrenahren ein wenig zeitiger, finden die Mitgliederversammlungen statt. Sie dienen u. a. der Information und der Durchführung

notwendiger Vorstandswahlen. Einige wenige Male ist es notwendig geworden, auch außerordentliche Versammlungen einzuberufen, da sich kein Mitglied bereit erklärte, für die Position des 1. Vorsitzenden zu kandidieren. Aber getreu dem Motto „Et hätt noch immer joot jejange“ konnten diese nicht leichten Situationen erfolgreich umschifft werden.

In den ersten Jahren des Vereinbestehens fand meist im Juli auf der Wiese neben der Lourdes-Kapelle ein gemütliches Beisammensein als Familienfest statt. Für das Fest des Jahres 1961 ist den Unterlagen zu entnehmen, dass jedes Mitglied aus der Vereinskasse zwei Flaschen Wein erhielt, außerdem Erbsensuppe mit zwei Würstchen. Dass die vorgesehenen Weinvorräte nicht ausreichten, wurde als „ein Zeichen dafür gesehen, dass es allen Teilnehmern ausgezeichnet gefiel.“

Aus diesem Familienfest hat sich im Jahr 1976 das Laternenfest an der Bachemer Schule entwickelt. Nachdem diese Veranstaltung wegen Terminschwierigkeiten 1987 ausfallen musste, wird sie bis heute unter der Bezeichnung Sommerfest fortgeführt und kann alle zwei Jahre mit einer gut bestückten Tombola aufwarten.

Für viele Jahre seit der Gründung der Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Bachem fanden jeweils im November Veranstaltungen zum Auftakt der Karnevalssession statt. Vielfach handelte es sich dabei um Tanzabende mit karnevalistischen Einlagen und ab und zu auch mit einer Tombola. Hierfür wurden unterschiedliche Räumlichkeiten des ehemaligen Bachemer Winzervereins genutzt. Selbst für zwei Prinzenproklamationen bildeten die Auftaktveranstaltungen der Jahre 1995 und 1997 den Rahmen. Zuletzt wurde 1998 der Karnevalsauftakt auf diese Weise begangen.

So ist die Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Bachem in den Kreis der örtlichen Vereine hineingewachsen und nicht mehr aus ihm wegzudenken. Sie sieht sich ihren satzungsgemäßen Aufgaben verpflichtet. Demzufolge pflegt und fördert sie das heimatliche Karnevalsbrauchtum, fördert und führt Karnevalsveranstaltungen und Karnevalsumzüge durch und hat sich der Heimatpflege verschrieben.

 Bachem Alaaf!