Kulturmanufaktur

GERSTENBERG

1976 folkende...

Ausstellung zur Folkszene der DDR vom 10.06. bis 26.06.2021 in der KUMA
Zu sehen nach Vereinbarung.

Die Ausstellung wird ermöglicht durch Unterstützung von

Zwischen der Biermann-Ausbürgerung im Herbst 1976 und der letzten Volkskammerwahl im Frühjahr 1990 passierte in der DDR-Folkszene eine Menge, von dem sich zu spät oder im Westen Geborene keinen Begriff machen können. Eine Massenbewegung war sie nicht. Dennoch ist sie zu interessant und zu wichtig, um sie einfach so in Vergessenheit geraten zu lassen.

Begonnen hat das ostdeutsche Folk-Revival in den 1970ern fast zeitgleich mit dem im Westen, doch unter ganz anderen Rahmenbedingungen. Stichwort Fördervertrag, Stichwort Auftrittsverbot. Dass in den Achtzigern Volkstanz und Bordunmusik eine große Rolle spielen würden, war zunächst nicht abzusehen. In den Siebzigern dominierte das Volkslied, nicht das romantische, sondern jenes, mit dem man „durch die Blume der Historizität“ realsozialistische Ärgernisse kritisieren konnte.

„Das Besondere an dieser Ost-Szene war ihr starker Zusammenhalt. Man kannte sich untereinander, und aus dieser Gruppendynamik heraus entwickelte sich viel kreatives Potential. Geld spielte keine große Rolle, wir hatten nicht diesen finanziellen Druck wie die Bands heute.“ Jo Meyer

Ines und Jörg Andraczek, Ralf Gehler und Wolfgang Leyn erarbeiteten für das Musikarchiv der Lippmann+Rau-Stiftung in Eisenach eine Ausstellung, die 2016 beim Rudolstadt-Festival ihre Premiere hatte. Unter dem Titel „1976 folkende…“ bietet sie mit zahlreichen Fotos und kurzen Texten einen Überblick über die Entwicklung der DDR-Folkszene. Von der „Geburtsstunde“ im Oktober 1976 im Studentenklub der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst bis zur Frage, was von der Szene blieb. Dazwischen geht es um doppelbödige Volkslieder, den Umgang mit den Behörden, um Folk-Werkstätten und -Festivals, um Folkstanz und Eigenbau-Dudelsäcke.

Eintritt frei