• 1989 | “Lausige Schatten”
  • Bachler, Budesheim, Hohmann
  • Kunsthalle Fridericianum, Kassel


Thomas Bachler im Rückblick: "Es ist dem glücklichen Umstand zu verdanken, dass sich die Klassen von Prof. Neusüss mit der von Prof. Lobeck (Video, Malerei) überschnitten und es folglich zu vielen Zusammenarbeiten kam. Die Künstlerzeitschrift „Entropium“ gehörte dazu und die Video-Dia-Malerei Installation „Lausige Schatten“ (Jörn P. Budesheim, Harald E. Hohmann, Thomas Bachler); beide Arbeiten können durchaus als Höhepunkte dieser Situation angesehen werden.

Grundlegende Idee bei „Lausige Schatten“ war die Durchdringung und Überlagerung dreier verschiedener Medien, die alle ein Teil ihrer Rollen aufgeben, neue annehmen und so ein irritierendes Gefüge von Bildern entstehen lassen. Es wäre leicht, diese Installation (die sich im Museum Fridericianum über drei Räume erstreckte) zu kritisieren: mangelnde Stringenz, unprofessionelle Präsentation etc. Doch bleiben Eindrücke wie das Video-Dia Duell bestehen. Und die vielen Collagen, welche die drei Künstler an nur einem Tag angefertigt haben."



Ulrike Meinhof im Portrait


Dirk Schwarze in der HNA:

Fast wirkt es wie eine Verschwörung: Der Schatten erscheint wichtiger als die Personen und Dinge, die ihn werfen. Ist unser Leben nur noch über den Schatten zu definieren?

Die Frage liegt nahe, wenn man auf das derzeitige Angebot des Museums Fridericianum in Kassel blickt: Innerhalb der Ausstellung „Reflexion“ präsentiert der Franzose Michel Verjux zwei Lichtprojektionen, in denen der Besucher seinem Schatten begegnet, wenn er nahe genug an die jeweilige Wand herantritt. Eine Etage höher werden ausschließlich Schattenbilder gezeigt – kameralose Lichtbilder (Fotogramme), auf denen sich die Gegenstände und Figuren mit Hilfe ihrer Schatten abgebildet haben. Nun ist im 2. Stock für die Zeit bis zum 15. Mai ein „Mediengefüge“ unter dem Titel „Lausige Schatten“ hinzugekommen ...

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Fotos: Thomas Bachler