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Wladimir I. Lenin 19051027 Brief an das Internationale Sozialistische Büro

Wladimir I. Lenin: Brief an das Internationale Sozialistische Büro

[Hektographierte Ausgabe aus dem Jahre 1905 in französischer Sprache. Nach Sämtliche Werke, Band 8, S. 435 f.]

Genf, 27. Oktober 1905

Werter Genosse!

Sie haben uns am 28. Juni einen Vorschlag des Genossen Bebel wegen der Differenzen in unserer Partei geschickt.

Am 24. Juli schrieb ich Ihnen, dass ich außerstande bin, eine Antwort im Namen des Zentralkomitees unserer Partei zu geben, da ich nur eines der Mitglieder des Zentralkomitees bin, und ich bat das Büro um einige Aufklärungen. Als Antwort erhielt ich einen Brief von Huysmans vom 5. August, in dem es hieß, dass die Einmischung des Exekutivkomitees nur einen moralischen Einfluss haben könnte. Ich habe dem Zentralkomitee unserer Partei sofort mitgeteilt, welches der genaue Sinn des Bebelschen Vorschlages ist. Jetzt besitze ich die Antwort des Zentralkomitees,1 die die Annahme des Vorschlages bringt und die Genossen Wassiljew, Schmidt und Lenin zu seinen Vertretern ernennt. Genosse Schmidt befindet sich in Russland. Aus diesem Grunde wäre es notwendig, den für die Zusammenkunft bestimmten Tag im Voraus (mindestens drei Wochen vorher) zu erfahren.

Die beiden anderen Delegierten sind in der Schweiz. Genehmigen Sie usw.

W. Uljanow (Lenin)

PS. Ich erhielt soeben noch einen Brief, der mitteilt, dass Genosse Schmidt bald (wahrscheinlich im November) im Auslande sein wird, um mehrere Angelegenheiten unserer Partei zu regeln. Es wäre daher für mich außerordentlich wichtig, die Antwort der anderen Fraktionen unserer Partei über den Tag der Einberufung der Konferenz so bald wie möglich zu erfahren. Für die in Russland arbeitenden Mitglieder unserer Partei ist es äußerst schwierig, ins Ausland zu gelangen. Deshalb ist es wünschenswert, dass der Zeitpunkt der Einberufung der Konferenz sofort festgelegt werde, d. h. dass die andere Fraktion und die Mitglieder des Internationalen Büros uns möglichst bald mitteilen, wann sie diese Konferenz einberufen wollen.

1 Die in dem Briefe des ZK vom 3./16. Oktober 1905 angeführten Vertreter für die vom Intern. Soz. Büro geplante Schiedskonferenz, die Wassiljew und Schmidt genannt werden, waren W. Lengnik und P. P. Rumjanzew.

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