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Von Raupen und Schmetterlingen

Rückblende nach zweieinhalb ereignisreichen Studienjahren

an der Donau-Universität Krems

 

"Die Wissenschaft nötigt uns, den Glauben an einfache Kausalitäten aufzugeben" stellte der Philosoph Friedrich Nietzsche vor vielen Jahren nach tiefer Auseinandersetzung mit der Materie fest. Nach 5 Semestern wissenschaftlicher aber auch praktischer Ausbildung an der Donau-Universität Krems wird dem studierenden Physiotherapeuten klar, wie Recht Nietzsche mit seiner Aussage hatte.

Im Rahmen des Studiengangs "Master of Science in mukuloskelettaler Physiotherapie" empfingen die Studierenden sowohl Lektionen in Demut als auch erleuchtende Momente. Jeder einzelne für sich und jeder auf seine eigene Art und dennoch als Gemeinschaft. Geeint im Entschluss, die eigenen Fähigkeiten weiter auszubauen, das wissenschaftliche Denken zu schärfen und die klinischen Erfahrungen zu vertiefen stellten wir uns den neuen Fragen, Herausforderungen und Zielen, die so eine Ausbildung mit sich bringt.

Die Motive der Teilnehmer waren vielfältig und reichten vom Verlangen nach Verbesserung des therapeutischen Arbeitsprozesses über die Weiterentwicklung von wissenschaftlichen Fähigkeiten bis hin zur Stärkung eines gesamten Berufsbildes, das sich in den letzten Jahrzehnten immer deutlicher emanzipiert hat. In unserem Beruf wird das Feld der Wissensschaft schon längst nicht mehr den anderen überlassen. Immer mehr vorwärtsdenkende Physiotherapeuten organisieren sich und streben danach ihr Handeln, ihre Methoden und Zugänge auf die Probe zu stellen um der Wahrheit (die in unserem Fall oft einer Wirksamkeit gleichzusetzen ist) einen Schritt näher zu kommen. Die evidenzbasierte Medizin ist somit auch in der Physiotherapie gelandet und stellt den ehrlichsten, inspirierendsten und hilfreichsten Weg unsere Patienten zu betreuen dar. Eine neue Äre wird in den letzten Jahren leise eingeläutet und die Tage "eminenzbasierter" Meinungen und Strömungen, die sich gegen den prüfenden Blick der Wissenschaft verwehren und unserem Beruf  somit erheblichen Schaden zufügen, werden hoffentlich schon bald der Vergangenheit angehören.

So ist es bekannt, dass die Wissenschaft aus Fakten besteht wie ein Haus aus Ziegelsteinen. Ein Haufen von Ziegelsteinen bildet jedoch noch lange kein Haus und dementsprechend wurde im Rahmen dieses Studiums nicht nur die Erschaffung von Studienergebnissen verfolgt sondern vielmehr deren kritische und genaue Interpretation.  Kulminieren sollte dieser Prozess in der Abgabe und Verteidigung unserer Masterthesen, die sich vielen, spannenden Themenbreichen widmeten.

Auf der praktischen Seite unserer Ausbildung absolvierten wir im Rahmen des Lehrganges unsere Ausbildung zum OMT nach IFOMPT-Kriterien. Praktische Unterrichtseinheiten und supervidierte Praktika ermöglichten es uns zum Ende die OMT-Prüfung anzutreten.

Schliesslich wurde die Zeit an der Universität immer wieder durch Fächer, die die sogenannten "Soft Skills" wie Patientenmanagement und Kommunikation beinhalteten aufgelockert. Bei den Vortragenden in allen Bereichen handelte es sich um nationale und internationale in ihrem Gebiet anerkannte und renommierte Spezialisten.

Neben all den fachlichen Fähigkeiten und der akribischen Auseinandersetzung mit unserem Tun als Physioherapeuten hat jeder Einzelne von uns in den letzten Jahren auch eine Menge über sich selbst gelernt und erfahren. Wir sind auf jeden Fall heute in vielen Beziehungen andere Menschen als zum Zeitpunkt des Antritt des Studiums.

"Was die Raupe das Ende der Welt nennt, nennt der Rest der Welt Schmetterling" – Laozi

 

Andreas Wachter

MSc „Musculoskeletal Physiotherapy“ Donau-Universität Krems, PT, OMT


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