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Wirkung aktiver und passiver Bewegungen versus rein aktiver Übungen bei nicht spezifischen Nackenschmerzen

Rezension zu:

Wirkung aktiver und passiver Bewegungen versus rein aktiver Übungen bei nicht spezifischen Nackenschmerzen, randomisierte kontrollierte Studie von Christoph Kaminski, PT, OMT, MSc,

 Manuelle Therapie 2011; 15: 117–123

 

Der Autor untersucht mit seiner  randomisierten kontrollierten Studie, die im Rahmen des Masterstudienlehrgangs Muskuloskeletale Physiotherapie an der Donauuni in Krems durchgeführt wurde,  die Wirkung aktiver und passiver Bewegungen im Vergleich zu rein aktiven Übungen bei nicht spezifischen Nackenschmerzen.

Nichtspezifische Nackenschmerzen stellen mit einer Lebenszeitprävalenz von bis zu 70% eine häufige Erkrankung und - vor allem in westlichen Industrieländern - eine häufige Ursache für Arbeitsausfälle dar.

Ziel dieser randomisierten kontrollierten Studie war es zu untersuchen, ob es Unterschiede in der Wirkung gibt, zwischen einer Behandlung mit ausschließlich aktiven Übungen (die sich an den Übungsblättern, wie sie häufig in Arztpraxen zu finden sind orientieren) und einer kombinierten aktiven und passiven Therapie (bei der unter anderem Mobilisationstechniken wie z.B  PA´s  nach Maitland, Triggerpunkttherapie sowie eine Aktivierung der tiefen Nackenflexoren zum Einsatz kamen). Insgesamt wurden je 15 Patienten auf die Studien- und Kontrollgruppe aufgeteilt, als Messparameter dienten neben der Schmerzmessung mit der VAS der Neck Disability Index (NDI) sowie die Messung der schmerzbedingten Beeinträchtigung von Aktivitäten und Partizipation mit Hilfe des Pain Disability Index (PDI).

Die Teilnehmer beider Gruppen erhielten je 10 Therapiesitzungen zu 30 Minuten, nach 3 und 5 Wochen wurden die Follow Up Untersuchungen durchgeführt.

Die Ergebnisse der t-Test Analyse zeigten nach 3 (p= 0,029) und 5  Wochen (p=0,000) einen statistisch signifikanten bzw. hochsignifikanten Unterschied bezüglich der Schmerzen anhand der VAS zugunsten der kombinierten aktiven und passiven Therapie. Bei den anderen beiden Parametern gab es zwar eine starke Tendenz zugunsten der aktiven und passiven Therapie, der P-Wert scheiterte jedoch mit 0,061 für NDI und 0,065 für PDI denkbar knapp an der für medizinische Studien relevanten Grenze von 0,05.

 

Zusammenfassung:

Eine sehr sauber gemachte Studie, die die Überlegenheit einer kombinierten aktiven und passiven Therapie gegenüber rein aktiven Übungen bei der Behandlung von Nackenschmerzpatienten  zeigt und somit das „Bauchgefühl“  vieler Manualtherapeuten zu bestätigen scheint. Kritisch anzumerken ist die mit je 15 Probanden etwas geringe Gruppengröße, die wohl auch einer der Gründe ist, weshalb die NDI und PDI Scores knapp über der signifikanten 0,05er Grenze geblieben sind. Wünschenswert wäre natürlich auch eine Langzeit Follow Up Untersuchung.

Heimo Just, MSc, PT-OMT

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