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A randomised contolled trial comparing graded exercise treatment and usual physiotherapy for patients with non specific neck pain

Ingrid Brauchard: 

Zusammenfassung eines Artikels aus der Zeitschrift „Manual Therapy“ (September 2012).

 

„A randomised contolled trial comparing graded exercise treatment and usual physiotherapy füor patients with non specific neck pain“

 

Diese Studie wurde in England in Zusammenarbeit mit der „School of Health“ in Sheffield und dem „Institute of Rehabilitation“ in Yorkshire durchgeführt. Nach einem unabhängigen Ausschlussverfahren, das ein Koordinator, der nicht in die Behandlung involviert war,  durchführte nahmen 151 Patienten an der Studie mit einem Altersdurchschnitt von 54,25 Jahren (alle Teilnehmer/-innen waren über 18 Jahre) teil. Geschlechteraufteilung: 90 Frauen und 61 Männer. Alle teilnehmenden Personen litten unter  unspezifischen subakuten bzw. chronischen Nackenbeschwerden. Ausgeschlossen waren Patienten mit ernsthafteren Problemen oder Pathologin im Bereich der HWS, Systemerkrankungen, Patienten, die bis 3 Monate vor  Studienbeginn Therapie bekamen, Entzündungsgeschehen massive Traumata, progressive Erkrankungen des Bewegunsapparates oder des Nervensystems. Die Patienten/-innen wurden von einer Warteliste rekrutiert und mit einem Brief über die Studie informiert. Bei Interesse und einem Rückruf wurde ein Gespräch und eine Untersuchung vereinbart. Von den 483 Personen wurden , wie bereits erwähnt, 151 in die Studie aufgenommen und nach dem Zufallsprinzip in die zwei zu untersuchenden Gruppen aufgeteilt.

 

Gruppe 1: GET = Neck and Upper Limb Exercise Programm

Gruppengröße: 75

Ausfall: 20

Programm:

+ Aufwärmübungen inkludiert Übungen zur Verbesserung der Körperkontrolle – Erlernen

     von WS Bewegungsmustern in unterschiedlichen Positionen und Aktivitäten. Kontrolle

    der Rumpflateralflexion oder Rumpfflexion beim Biken

+ Übungen zur Verbesserung der Beweglichkeit

+ Übungen zur Verbesserung im Bereich Upper Limb und Lower Limb (Kontrolle

    der Kinnstelle bei den Nervenmobilisationen)

Begonnen wurde mit 8 Übungen für die Dauer von 1 Minute und einer Serie. Gesteigert wurde auf maximal 3 Serien. Gewicht und Geschwindigkeit der Übungen konnte von den Teilnehmer/-innen selbständig gewählt werden. Wert gelegt wurde nur auf eine schmerzfreie und auf den Patienten abgestimmte Dosierung. Dauer einer Einheit zwischen 30 – 60 min. Die Steigerung des Übungsprogrammes konnte ebenfalls vom Patienten/-in selbst gestaltet werden.

 

Gruppe 2: UP = Usual Physiotherapy

Gruppengröße: 76

Ausfall 16

Programm:

* Hausübungen

* Manuelle Therapie/ Massage

* Zusatztherapien wie Ultraschall/ Kurzwelle/ InterferenzstromAkupunktur/ Tens/ Taping etc.

Behandlungsdauer zwischen 40 und 60 Minuten bei der Erstbehandlung. Im weiteren Verlauf: 20 – 30 Minuten

 

Keine Blindgruppe

 

Als Vergleichsdaten wurden folgende Untersuchungsbögen  zu Beginn der Studie, nach 6 Wochen, nach 6 Monaten und nach 12 Monaten verwendet:

 

NPQ: Northwick Park Neck Pain Questionary

Dieser Bogen beinhaltet 9 Fragen, bei denen 0 bis 4 Punkte pro Frage vergeben warden können und der Symptome und Funktionseinschränkungen überprüft

 

DASH: Disabilities of Arm/Shoulder and Hand

Durch diesen Bogen warden Fragen zu Störungen im Upper Limb Bereich abgefragt

Die Ergebnisse:

 

Studienergebnisse:

 

GET:

nach 6 Wochen:          NPQ: Reduktion von 1.5.%              DASH: Erhöhung von 4.3 %

nach 6 Monaten:         NPQ: Reduktion von 5 %                 DASH: Reduktion von 1.8 %

nach 12 Monaten:       NPQ: Reduktion von 9.1 %              DASH: Reduktion von 1.5 %

 

UP:

nach 6 Wochen:          NPQ: Reduktion von 5.1 %              DASH: Reduktion von 5.4 %

nach 6 Wochen:          NPQ: Reduktion von 7.7 %              DASH: Reduktion von 3.9 %

nach 12 Monaten:       NPQ: Reduktion von 9.4 %              DASH: Reduktion von 5.1 %

 

Die Ergebnisse zeigen, dass es bei beiden Studiengruppen durch die Interventionen nach 12 Monaten  zu ähnlichen positiven Resultaten kam und man nicht eindeutig belegen konnte, dass eine der untersuchten Anwendungen bessere Erfolge erzielen konnte. Man führt in der Diskussion an, dass für die Gesundheitsvorsorge darauf geachtet werden soll, für jeden Patienten/- in entsprechend ihrer klinischen Notwendigkeit und Vorlieben (positive Einstellung zu einer Behandlungsform) die entsprechende Auswahl der möglichen Therapien zusammenzustellen.

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