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Offenes Bürgerforum Badenweiler

Angesichts der sich ständig verändernden Pandemie-Lage wird das Offene Bürgerforum Badenweiler am 2. November kein Treffen veranstalten.

Das Treffen am 7. Dezember 2020 wird rechtzeitig an dieser Stelle angekündigt. 


Für das Bürgerforum Badenweiler:

Hans Frick




Offenes Bürgerforum Badenweiler 
(Arbeitskreis Verkehr) 
 
 
Anregungen für ein modernes Verkehrskonzept in Badenweiler 
 
Ausgangspunkt der Überlegungen 
 
Es geht darum, das Profil des Heilbades zu schärfen, eines Ortes, in dem Ruhe, Erholung und ganz allgemein Gesundheit im Mittelpunkt stehen. Dabei kann eine Reihe von verkehrlichen Maßnahmen helfen, auf die wir nachstehend eingehen. Entscheidend ist zudem ein grundlegendes Umdenken: Durch die Entschleunigung des Durchfahrtsund Zielverkehrs kann dem Ortskern und seinen Ortsteilen die für ein Heilbad notwendige Ruhe vermittelt und – wie es sich schon der Badenweiler Gemeindeentwicklungsplan 2020 aus dem Jahr 1994 (Seite 23) vorgenommen hatte – dem Zu-Fuß-Gehen von Gästen wie von Einwohnern wieder ein größerer Stellenwert eingeräumt werden.  
 
Das Verkehrskonzept sollte vor allem den Durchgangsverkehr sowie den Zielverkehr zu den Wohngebieten und zu Kliniken, Hotels, Gaststätten, Geschäfts- und Gewerbebetrieben in den Blick nehmen. Vor allem der in kommunaler Zusammenarbeit zu entwickelnde ÖPNV muss helfen, die Verbindung der Ortsteile Badenweilers zu schaffen bzw. zu optimieren. 
 
Zentral ist außerdem die Verkehrsdisziplin, die von der Gemeinde gegenüber allen Verkehrsteilnehmern mit einer vermittelnden Kommunikation, die klare, kontinuierliche und positive Ziele setzt, beeinflusst werden kann und muss („Charmeoffensive“). 
 
Der Durchgangsverkehr 
 
Für die Erreichbarkeit Badenweilers ist der Durchgangsverkehr essenziell.  
 
Hierbei denken wir an die Landes- und Kreisstraßen durch Oberweiler, Schweighof, Lipburg und Sehringen. Ihre Regulierung kann nur in Zusammenarbeit mit den zuständigen Straßenverkehrsbehörden geregelt werden. Allerdings hat die Gemeinde aufgrund ihres Selbstverwaltungsrechts als Heilbad auch Rechtsansprüche aus dem Kurortegesetz BW (§ 19) auf Durchführung notwendiger Verkehrsmaßnahmen (vgl. VGH BW, Urt. vom 17.07.2018, 10 S 2449/17 zum Selbstverwaltungsrecht bei Umsetzung eines Lärmaktionsplans). 
 
Umfassende Gestaltungsmöglichkeiten hat die Gemeinde jedenfalls bei den kommunalen Durchgangsstraßen, wie der Ernst-Eisenlohr-Straße, der Kaiserstraße, der Friedrichstraße, der Blauen-/Kandernerstraße sowie der Badstraße. 
 
Aus unserer Sicht ist die Geschwindigkeit auf diesen Straßen grundsätzlich weiterhin auf 30 bzw. 40 km/h zu begrenzen. Da diese Regelungen nicht durchgängig beachtet werden und Kontrollen wegen des fehlenden Personals der zuständigen Verkehrsbehörde selten sind, kann die Gemeinde die für die Erhaltung des Prädikats „Heilbad“ erforderliche Ruhe nur durch „Straßengestaltung“ erreichen. Zuletzt wurde dies in der Badstraße – erfolgreich – praktiziert. Bepflanzte Verkehrsbuchten mit dahinter geschaffenen ein oder zwei Parkplätzen schaffen es, die Verkehrs- und Geschwindigkeitsdisziplin zu steigern. 
 
Vergleichbare Pflanzbuchten finden sich in der Ernst-Eisenlohr-Straße und der Friedrichstraße. Diese sollten jedoch in Bezug auf ihre Lage und ihre ausreichende Anzahl überprüft werden. In der Kaiser- und Blauen-/Kandernerstraße sind solche Pflanzbuchten nachzurüsten. Sie werden die Beachtung der Geschwindigkeitsbeschränkung fördern. Die gleichen Überlegungen verdienen die Ortsdurchgangsstraßen in Schweighof, Sehringen und Lipburg. 
 
Die ortsinneren Durchgangsstraßen sollten zudem mit Vorrang-Radfahrstreifen (gestrichelte Linien) versehen werden, um dem zunehmenden Radverkehr Rechnung zu tragen und den Radfahrern einen Schutzraum zu bieten. 
 
Der örtliche Zielverkehr 
 
Eine möglichst umfassende Wohnruhe wird beinahe allen, aber leider nicht allen Wohnbereichen der Gemeinde vermittelt. In fast allen Wohnbereichen ist sichergestellt, dass sie nur von Zielverkehr zu den einzelnen Anliegern belastet sind. Zur Gleichbehandlung aller Wohnbereiche sollte sichergestellt werden, dass sie alle nur vom Zielverkehr erreicht werden. In neu ausgewiesenen Wohnbaugebieten erfolgt die Erschließung häufig nur noch über eine Zufahrt zur Durchgangsstraße, sodass es an einer Nutzung der Wohnstraßen zur Durchfahrt keinen Anreiz gibt. Dies lässt sich in Badenweiler durch eine entsprechende Teilsperrung von Straßen erreichen (z.B.: bei Oberer und Unterer Kirchweg). 
 
Zumindest sollte in diesen Straßen durch die oben beschriebene Straßengestaltung, z.B. ein engmaschiges Pflanz- und Parkbuchtennetz die Einhaltung der Geschwindigkeitsbeschränkungen sichergestellt werden. 
 
Die Erreichbarkeit der Kliniken, Hotels, Gaststätten, Geschäfts- und Gewerbebetriebe ist unerlässlich. Überlegt werden muss aber, ob zeitliche Zufahrtsbeschränkungen für den Lieferverkehr und/oder eingeschränkter Gästeverkehr zur An- und Abreise bzw. zur Anfahrt auf den individuellen Parkplatz dem Ruhebedürfnis eines Heilbads förderlich sind ohne den Gästeverkehr zu stark zu beschränken. 
 
Der Zielverkehr in Badenweiler ist in sehr starkem Maß auch „Suchverkehr“. Hier sollte ein verständliches und zweisprachiges Verkehrsleitsystem Abhilfe schaffen. Moderne elektronische Hinweistafeln könnte ein Leitsystem zu den Parkmöglichkeiten bieten. Dabei könnte nicht nur die Zahl der freien Stellplätze genannt werden, auch Informationen zu Veranstaltungen könnten aufgezeigt werden. An den Haupteinfahrtsstraßen könnten solche Tafeln mit vorgelagerten ein oder zwei Parkbuchten den Gästen Badenweilers die Parkplatzsuche und Orientierung im Ort erleichtern. 
 
Zur Diskussion des Zielverkehrs gehört die Klärung der Verkehrsführung in der Luisenstraße. Hierzu ist aber in erster Linie eine Abstimmung mit den Einzelhandels-, Gastronomie- und Hotelbetrieben erforderlich. Vorläufige Gedanken hierzu finden Sie in dem Papier des Arbeitskreises Heilbad 2.0 des Bürgerforums, das Ihnen vorliegt. 
 
Verkehrsdisziplin 
 
Diese hat in den letzten Jahren in Badenweiler nachgelassen. Sie kann mit regelmäßigen Verlautbarungen im Amtsblatt im Sinn der oben bereits angesprochenen „Charmeoffensive“ gefördert werden. Mit klarer, kontinuierlicher und grundsätzlich positiv motivierender Kommunikation kann man den sprichwörtlichen Wassertropfen, der den Stein höhlt, imitieren. Auf die Bezeichnung in der Straßenverkehrsordnung vorgesehener Verkehrsschilder (z.B. Durchfahrtsverbot) als „rechtlich irrelevant“ sollte man dabei verzichten. 
 
Denkbare Maßnahmen: 
 
Abschließend wollen wir ergänzend auf einzelne mögliche konkrete Maßnahmen hinweisen, die teils kurzfristig umsetzbar, teils mittel- oder langfristig anzudenken sind: 

  • Wirksame Überwachung des Parkraums und Abschreckung von Falsch- und Schwarzparkern, d.h. konsequentes Umsetzen eigener Verordnungen. 
  • Forderung an die zuständige Verkehrsbehörde, regelmäßig Kontrollen und Messungen von Geschwindigkeiten vorzunehmen.  
  • Systematische Überprüfung und Korrektur der vorhandenen Beschilderung bzw. von deren Position (die zum Teil nicht StVO-konform ist), möglicherweise auch eine deutliche Ausdünnung des Schilderwaldes (der nur zu Gewöhnung führt und dann ignoriert wird). 
  • Reduktion der durch Autos und Motorräder verursachten Lärmbelastung
  1. durch den regelmäßigen Appell, die Geschwindigkeitsbegrenzungen einzuhalten, 
  2. die Einrichtung von wechselseitigen bepflanzten Ausbuchtungen (z.B. Alleebäumen) jeweils am Beginn der Zone-30/40 (Blauen-/Kandernerstraße, Ernst-Eisenlohr-Straße, Ortsdurchgangsstraßen in Schweighof, Sehringen und Lipburg),  
  3. die partielle Verbreiterung des Bürgersteigs (dann allerdings so, dass man nicht zum Wildparken einlädt),  
  4. Schließen von Abkürzungs- und Durchfahrtsmöglichkeiten in Wohngebieten durch Verkehrslenkung und Straßenverengung. 
  • Anlage von Fahrradzonen in den Hauptdurchgangsstraßen. 
  • Etablierung eines übersichtlichen und leicht verständlichen Parkleitsystems, um den Suchverkehr zu minimieren.  
  • ein Mobilitätskonzept, das die Ortsteile anbindet. 
 
Badenweiler 09.10.2020 
 
 
Für den Arbeitskreis Verkehr des Offenen Bürgerforums 
  
Hans Frick                                                         Josef-Walter Kirchberg                                                 Dr. Michael Magin 
 


Arbeitspapier des Arbeitskreises "Heilbad 2.0" des offenen Bürgerforums:

 "Zukunft für Badenweiler - Perspektiven für das Heilbad"

 

A. Einleitung

Badenweiler ist als Heilbad – und zwar als Thermalheilbad – nach dem Kurorte-Gesetz Baden-Württemberg prädikatisiert, weil es mit seinem Thermalwasser über ein bewährtes Heilmittel, ein die Gesundungs- und Erholungsmöglichkeiten stützendes Witterungsklima, verschiedenartige leistungsfähige Einrichtungen zur Anwendung des Heilmittels und einen dem Kurbetrieb entsprechenden Ortscharakter verfügt (§ 4 KurorteG BW). Im Badenweiler Gemeindeentwicklungskonzept 2030 wird dem Heilbadcharakter Badenweilers allerdings keine Aufmerksamkeit geschenkt. Angesichts der großen Bedeutung, welche die Sicherung des Prädikats „Heilbad“ für die Zukunft Badenweilers besitzt, erscheint es aber geboten, diese Sicherung als herausragendes und vordringliches Ziel in das aktuelle Gemeindeentwicklungskonzept Badenweiler aufzunehmen.

 

Die Funktion eines Heilbads unterliegt, wie alle Bereiche des Gesundheitswesens, einem steten sozioökonomischen Wandel. In der historischen Tradition Badenweilers gilt es, den Menschen auch in Zukunft Ruhe und Entspannung vom Stress im Berufsleben und von der Hektik der Großstadt zu bieten. An diesem Punkt setzen unsere Überlegungen an. Es geht darum, Badenweiler im Spannungsfeld von Gesundheit, Tourismus und der Heimat seiner Bewohner lebendig zu erhalten und auf neue Herausforderungen vorzubereiten. Es wird unverzichtbar sein, das herkömmliche Funktionsverständnis eines Heilbads sowie seine Strukturen zu modernisieren und anzupassen. Badenweiler sollte dabei eine Vorreiterrolle einnehmen.

Uns geht es darum,

  1. den Gesundheitsstandort Badenweiler und seine Attraktivität für erholungsuchende Gäste herauszustellen;
  2. den besonderen Ortscharakter Badenweilers wertzuschätzen, insbesondere den Kurpark, die Therme und die historischen bzw. die modernen Bauten zu würdigen sowie die Anziehungskraft des Ortes für Jung und Alt – insbesondere die der Luisenstraße – zu erhalten und zu verbessern, also den Charme des historischen Kurortes mit seiner spezifischen Bäderarchitektur zu betonen und weiter auszubauen;
  3. die guten Umweltbedingungen des Ortes zu sichern. Es geht um Rücksicht auf die besonderen klimatischen Rahmenbedingungen, Achtung des Ruhebedürfnisses im Kurort und um seine verkehrliche Entwicklung.

 

B. Der Gesundheitsstandort Badenweiler

  1. Das Heilbad

Badenweiler hat neben der Therme mit Kur- und Schlosspark sowie dem Kurhaus, den Kliniken und dem Haus der Gesundheit viele Ressourcen, die andere Heilbäder nicht haben. Die Lage am Übergang vom Rheintal in den Schwarzwald, die gesunde Luft und das gemäßigte Klima, die historische Burganlage, die Weinberge, der umgebende Wald und Einrichtungen wie der „Park der Sinne“ steigern die Gesundungs- und Erholungsmöglichkeiten. Das kulturelle Angebot ist mit den Musik- und Literaturtagen in der reichhaltigen Kulturlandschaft des Dreiländerecks eine weitere Besonderheit. Badenweiler sollte zudem seine Tradition als historischer Kurort mit berühmten Gästen aus Hochadel, Politik, Literatur, Musik und gestaltender Kunst bewahren und hochhalten.

  1. Angebote

Badenweiler muss sich mit modernen Gesundheitskonzepten vom herkömmlichen Kurbetrieb absetzen. Dies passt auch zum vorhandenen Profil Badenweilers. Hier sind gesundheitsfördernde und präventive Maßnahmen umsetzbar. Im Ort und seiner Umgebung lassen sich in einem ganzheitlichen Ansatz neue gesunde Gewohnheiten erlernen, die Widerstandskraft und Ausgleich zur Alltagsbelastung durch Regeneration und Erholung vermitteln. Modernes Behandlungsziel ist, die Kurgäste anzuleiten, die eigenen Möglichkeiten zur Erhaltung und Förderung ihrer Gesundheit zu erkennen und umzusetzen. Die Methoden hierzu sind vielfältig und müssen im Zusammenwirken der genannten Kureinrichtungen, der Kur- und Badeärzte, der Hotellerie, den Ferienpensionen und der Gastronomie einem breiten Publikum angeboten werden.

  1. Badenweilers Chancen

Die besondere Lage Badenweilers und die vorhandenen Einrichtungen erlauben aktive und passive Maßnahmen.

Als aktive kommen in Betracht: Schwimmen, Spazierengehen, Waldbaden, Wandern, Joggen, Fahrradfahren, Wassergymnastik, Fitnesstraining, Physiotherapie, ayurvedische Heilkunst, Yoga, Qi-Gong, Tai Chi und andere.

Als passive sind geeignet: Meditation, Achtsamkeitstraining, Entspannungstraining nach Jacobsen, autogenes Training, hypnotherapeutische Methoden, Massage, Rhythmische Massage, Kneipp-Wickel etc..

Als mentale Zugänge eröffnen Musik, Literatur, Malen und Bildhauern, Psychotherapie, Philosophie und Religion Raum zum Innehalten, Besinnen und Zusichkommen.

  1. Gäste

Adressaten sind im Berufsalltag gestresste Menschen, älter werdende Menschen, die „Ruhe“ und „Erholung“ suchen, bzw. Patienten, die an Burnout erkrankt sind, ihre Resilienz stärken möchten, und solche, die Rehabilitation brauchen sowie Unterstützung suchende Angehörige. Weiter haben wir Menschen im Blick, die erkannt haben, dass ihnen Bewegung, geistige Regsamkeit, gesundes Essen und ein vernünftiges Maß an Ruhe helfen, gesund alt zu werden. Wir sind interessiert an Gästen, die nachhaltigen und kulturell wie kulinarisch ansprechenden Tourismus suchen, am „ausgelernten, selbstbewussten Gast“, wie Wolfgang Abel das nannte (Badische Zeitung vom 19.05.2019).

  1. Ein Hauch „Weltkulturerbe“

In jedem Fall lohnt es sich, Badenweiler als Gesundheitsstandort lebendig zu halten. Im Jahr 2020 stellen elf Europäische Kurorte (Great Spas of Europe) einen jahrelang vorbereiteten Antrag an das UNESCO-Welterbekomitee: Sie wollen als „Europäische Kurstädte und Modebäder des 19. Jahrhunderts“ und „Förderer des globalen Tourismus“ als Weltkulturerbe anerkannt werden. Deutsche Teilnehmer sind Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen. Ein Erfolg des Antrags wird neue und starke Aufmerksamkeit auch auf andere, diesen Kurstädten in ihrer Tradition und Bedeutung vergleichbare Kurorte lenken.

Anregungen

  • Das Gemeindeentwicklungskonzept Badenweiler sollte ergänzt und die Sicherung des Prädikats „Heilbad“ als herausragendes und vordringliches Ziel aufgenommen und die Möglichkeiten und Wege dazu dargestellt werden.
  • Ein Dialog zwischen Gemeinde, BTT, Pro Badenweiler, den örtlichen Kurbetrieben und Ärzten, dem Haus der Gesundheit sowie der Hotellerie und Gastronomie sollte die Sicherung des Gesundheitsstandorts und die dazu erforderlichen Maßnahmen ins Bewusstsein rufen und Ergebnisse erzielen.

 

C. Attraktivität des „Ortes“ Badenweiler

  1. Kurortcharakter

Badenweiler verfügt über alle klassischen Merkmale eines Kurorts, die in dem oben erwähnten UNESCO-Antrag aufgeführt werden. Eine klassische europäische Kurstadt weist demnach neben dem Kurviertel ein oder mehrere Villenviertel und ein Versorgungsviertel mit Geschäften und Handwerksbetrieben sowie ein breites Angebot an Dienstleistungen auf. Ein besonderes Merkmal ist „das hohe Maß an Grün“, nämlich Kurgärten und Kurparks. Die den Ort umgebende Landschaft ist in vielfältiger Weise für den Kurbetrieb nutzbar gemacht. Sie ist durch Promenadenwege mit Ruhepunkten erschlossen, besondere Aussichtspunkte überraschen den Gast, Hinweise geben Information zur Landschaft, zur Flora und Fauna und an den Wegen befinden sich Denkmäler, auch gibt es eine attraktive Gastronomie.

Ein Kurort verfügt ungeachtet seiner relativer Kleinheit über die Infrastruktur einer großen Stadt. Kurstädte huldigen den neuesten technischen Entwicklungen, heute z.B. der E-Mobilität sowie der Lärmberuhigung, und sie sind an das Eisenbahnnetz bzw. den Öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen.

Zum Heilbad Badenweiler gehört als unverzichtbares Wesenselement die Cassiopeia-Therme. Mit ihr und den Erfordernissen ihrer Sanierung und der Anpassung an die aktuellen Gästeanforderungen beschäftigt sich ein weiterer Arbeitskreis des Bürgerforums.

  1. Ortsbild

Es gilt den Kurortcharakter Badenweilers zu erhalten. Diesem Ziel müssen sich auch die – durchaus notwendigen – Veränderungen und Ergänzungen unterordnen. Das war und ist oft nicht der Fall. Ortsbild und Ortsgeschichte prägende Gebäude wurden entfernt, andere ersetzt: Im wahrsten Sinne Geschichte sind heute das alte Kurhaus, eine Konzertmuschel und eine Wandelhalle; Betonanbauten erweitern private Anwesen und Villen, Hanglagen wurden mit Betonkuben bebaut, baugeschichtlich und für den Gesamteindruck Badenweilers u.a. vom Innerberg aus wichtige Häuser entfernt und durch solitäre Bauten (Luisenstr. 21, Wilhelmstr.18) ersetzt. Auffallend ist zudem der beliebig erscheinende Umgang mit dem Baum- und Strauchbestand im Kurort. Einzelmaßnahmen, die ohne den Blick auf das Ganze erfolgen, verändern schleichend das Erscheinungsbild sowie die inneren Funktionen des Kurorts.

Um ein intaktes Ortsbild zu bewahren, braucht es eine Bestandsaufnahme und Analyse desselben. Damit werden begründete Handlungsmöglichkeiten eröffnet, u.a. um zu verhindern, dass Gebäudebestand untergenutzt bleibt oder gar leer steht, und zu erreichen, dass weniger gebaut, vielmehr eher umgebaut und verdichtet wird. Solides Bauen muss gefördert werden, Leerstände sollten unterbunden, andere Nutzungen und Zwischennutzungen bedacht werden. Vorhandene, bereits ausgewiesene Baugebiete sollten genutzt oder abgerundet werden, bevor weitere freie Flächen verbraucht werden.

Die gründliche Ortsbildanalyse ist Grundlage für Regeln, Anreize und Sanktionen. Sie bietet Bürgermeister, Gemeinderat, Verwaltung und BürgerInnen Orientierung für die zukünftige Gestaltung des Lebens-, Kultur- und Naturraumes Badenweiler und den Erhalt des Heilbads.

  1. Kur- und Schlosspark

Badenweilers 22 Hektar großer Kurpark zählt zu einem der baumartenreichsten Kurparks Deutschlands. Angelegt wurde er im 19. Jahrhundert nach dem Vorbild englischer Parkanlagen. Er lebt von seinen Sichtbeziehungen, von altehrwürdigen Mammut- und anderen den Park prägenden Bäumen, oft wertvollen Exoten, ferner von Blumenbeeten, Pflanzeninseln und seltenen Sträuchern. Der Schwanenweiher, die in Deutschland einzigartige römische Badruine, das Kurhaus, die Burg Baden, der Hildegard-von-Bingen-Garten, der Gutedelgarten und der Ruhepunkt „Vogesenblick“ sind weitere wertvolle Teile des Kurparks. Das Großherzogliche Palais ist Teil des angrenzenden Schlossparks. Diese Anlagen stehen im Eigentum des Landes Baden-Württemberg. Sie werden teils durch die Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, teils durch die BTT GmbH verwaltet.

Mit dem für Landschaftsgärten typischen Spiel von offenen Flächen (Wiesen) und Bepflanzung sind der Kur- und der Schlosspark neben der Therme das wichtigste Gut Badenweilers. Ihm und seinen wertvollen Baumbeständen ist besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Alternde und kranke Bäume müssen gepflegt und notfalls ersetzt werden. Ein Parkpflegewerk sollte Grundlage nachhaltig wirksamer Maßnahmen sein.

  1. Luisenstraße

Sie ist in Erinnerungen die „Flaniermeile“ Badenweilers, heute eine Einkaufsstraße, die Leerstände aufweist, aber durchaus auch Anziehungspunkte und Chancen bietet. Der Einzelhandel hat viele Herausforderungen zu meistern: die Konkurrenz des Online-Handels, den Rückgang der Gästezahlen und die sich ständig wandelnden Einkaufgewohnheiten. Trotzdem hat die Luisenstraße ihre Attraktivität für Gäste und Einheimische behalten. Bei Sonderveranstaltungen – dabei für den Fahrzeugverkehr gesperrt – füllt sie sich und zeigt, wie viel Anziehungskraft sie entwickeln kann. Eine reizvolle Einkaufsstraße ist für den Charakter des Kurorts äußerst wichtig. Gemeinsame Kreativität ist nötig.

Anregungen

  • Die Erhaltung des Kurortcharakters, insbesondere der Therme, des Kur- und des Schlossparks, soll als Ziel in das Gemeindeentwicklungskonzept 2030 aufgenommen werden.
  • Eine Ortsbildanalyse soll als Grundlage weiterer bauplanerischer Gestaltungsmaßnahmen erstellt werden.
  • Für den Kur- und den Schlosspark soll ein langfristiges und nachhaltiges Pflegewerk erstellt werden.
  • Die einzelnen Gewerbe-Anlieger und Gebäudeeigentümer der Luisenstraße sollten in einem Dialog mit Gemeinde, BTT, Pro Badenweiler, der Hotellerie und Gastronomie die Entwicklung der Luisenstraße besprechen. Dabei sollte auch über Mietbedingungen, finanzielle Ansiedlungshilfen, aber auch über den Straßen- und Fußgängerverkehr gesprochen werden.

 

D. Veränderte Umweltbedingungen

Für das Heilbad Badenweiler ist neben optimalen Klimabedingungen auch das Ruhebedürfnis seiner Gäste von Belang. Beide Rahmenbedingungen sind für die Funktionalität und damit für die Attraktivität des Heilbads wesentlich.

  1. Klima/Luft

Für unseren Kurort ist die Lage am Übergang vom Rheingraben in den Schwarzwald von großem Wert. Der Luftaustausch durch die Fallwinde vom Schwarzwald herunter bedeutet besonders in den warmen Sommern den Gewinn angenehmer und die Gesundheit fördernder Luft.

  1. Verkehrliche Entwicklung

Badenweiler ist als Kurort auf den Zufahrtsverkehr angewiesen. Die bestehende Erschließung ist ausreichend. Mit den bereits bestehenden – in Sehringen zu ergänzenden – Geschwindigkeitsbegrenzungen und ihrer regelmäßigen Kontrolle muss dem Ruhebedürfnis im Kurort Rechnung getragen werden.

  1. Mangelnde Verkehrsdisziplin

Bei den Badenweiler Bürgern und bei den Gästen des Orts hat sich eine nachlässige Verkehrsdisziplin entwickelt. Dies ist nicht nur auf den Hauptdurchfahrtsstraßen zu sehen und zu hören, durch viele Anliegerstraßen hat sich ein verkehrswidriger Schleichverkehr entwickelt, der nicht nur Verkehrsgefahren verursacht, sondern auch Lärmbelästigungen zur Folge hat.

  1. Verkehrslenkung

Besucher, die mit dem KFZ nach Badenweiler kommen, um das Thermalbad zu besuchen, fahren häufig parkplatzsuchend durch den Ort. Dieser spezifische Verkehr, der aufgrund der wenigen innerörtlichen Stellplätze in der Regel erfolglos ist, schafft ein völlig unnötiges, zusätzlich störendes Verkehrsaufkommen.

Die Einrichtung eines Parkleitsystems, das die Besucher der Therme bereits an den Einfahrtstraßen übersichtlich und zweisprachig auf fehlende Stellplätze im Ort hinweist und sie durch entsprechende Maßnahmen praktisch „zwingt“, die Parkplätze an den Ortseingängen zu nutzen, wäre eine dringend umzusetzende Maßnahme.

  1. Einhaltung der Ruhezeiten im Kurort

Die in der gemeindlichen Polizeiverordnung festgelegten Ruhezeiten werden vernachlässigt. So wird das Verbot zum Befahren des Kernortes durch LKWs über das erlaubte Zeitfenster hinaus nicht mehr eingehalten. Bauarbeiten werden außerhalb der vorgesehenen Tageszeit durchgeführt, Garten- und auch Reinigungsarbeiten werden zunehmend innerhalb der Ruhezeiten und mit zu lauten Geräten vorgenommen.

Anregungen

  • Es gilt das Klima zu sichern und es besonders bei der baulichen Entwicklung im Blick zu behalten. Sowohl bei der Bebauungsplanung als auch bei einzelnen Baugenehmigungen sollte die Auswirkung auf das Ortsklima wesentliches Entscheidungskriterium werden. Dazu ist für den Ort ein aktuelles Klimagutachten zu erstellen.
  • Durch rechtzeitige Verkehrslenkung und geeignete Straßengestaltung und -möblierung soll die Verkehrsdisziplin nachhaltig verbessert und damit dem Ruhebedürfnis der Einwohner und Gäste Badenweilers Rechnung getragen werden.
  • Durch wiederholte offizielle Erinnerungen an die Polizeiverordnung Badenweilers und regelmäßige Kontrollen soll deren Beachtung bei Baumaßnahmen, Reinigungsarbeiten und Gartenpflege im Interesse der für einen Kurort bedeutenden Ruhezeiten durchgesetzt werden.

 

E. Weitere Anregungen

Unser Blick auf das Heilbad Badenweiler führt zu einer Vielzahl von Anregungen zum Erhalt und zur Förderung des Heilbadcharakters. Sie können nur im Dialog aller Betroffenen endgültig entwickelt und zur Realisierung gebracht werden.

Unsere Anregungen zur Erhaltung und Förderung des Heilbadcharakters gehen über die oben beispielhaft wiedergegebenen hinaus. Wir möchten sie im Gespräch mit dem Bürgermeister, der Verwaltung, dem Gemeinderat und allen Interessengruppen im Einzelnen vortragen.

 Badenweiler, 13.01.2020

 Für den Arbeitskreis Heilbad 2.0 des offenen Bürgerforums Badenweiler


Hans. H. Frick

J.-W. Kirchberg

I. Lambert

K. Magin

Dr. M. Magin

U. Rosenboom










Weihnachts Wunsch Baum


Welche guten Wünsche haben wir für den Müllheimer Bahnhof zu Weihnachten?
Was wünschen wir uns ?

Verweilen in Bewegung

Bedeutung des Bahnhofs
Bahnhof = Auskunft,Reiseinformationen,Ticketkauf
Bahnhof=Treffpunkt = Kommunikation= Drehscheibe=Umsteigeort
Bahnhof= warmes Wartezimmer und Schutzort
Bahnhof=Leseort, Trinkort, Ort für Proviant und gepflegtes Stilles Örtchen
Bahnhof= Ort von Ankunft, Abschied und Wiederkehr
Bahnhof = Visitenkarte des Orts

Bewahren was uns verbindet-

Müllheimer Bahnhof soll stehen bleiben
Bahnhof unter Denkmalschutz stellen
Politik unterstützt das Bahnhofs-Projekt
Der Bahnhof ist ein Kulturerbe- Bahnhöfe erhalten

Die Renovierung wird konkret

Jugendbauhütten - Jugendliche im freiwilligen sozialen Jahr helfen bei der Renovierung
Frühjahrsputz- die Gruppe TUN bringt den Bahnhof zum Glänzen
Architekten mit Sanierungserfahrung unterstützen und beraten
Probeanstrich - der Bahnhof erhält einen hellen Aussenanstrich
Regionale Handwerker unterstützen die Renovierung des Bahnhofs
Sanierung der WC-Anlagen
Am Tag des offenen Denkmals 9.9.2019 -
alle feiern den frisch renovierten Bahnhof Müllheim















Baumfällung im Schlosspark (13.02.2018)

H.Frick, Offenes Bürgerforum

Am Rosenmontag, dem 12. Februar 2018, wurde im oberen Schlosspark die ca. 14 Meter hohe Hängebuche gefällt, zersägt und teils geschreddert.

vorher:


nachher:



Ċ
Foro Badenweiler,
15.05.2015, 04:41
Ċ
Foro Badenweiler,
03.12.2014, 05:17