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Eigene Messergebnisse

Lärm- und Geschwindigkeitsmessungen 

Zwischen Juni und Oktober 2011 haben wir Lärmmessungen an verschiedenen Stellen in Badenweiler durchgeführt. An diesen Stellen halten sich sowohl Einwohner wie auch Kurgäste entweder bevorzugt auf bzw. passieren diese. Die Lärmmessungen erfolgten an Sonntagen über mehrere Stunden. Pro Messung wurden zwischen 10.000 und 18.000 Einzelmesswerte vom Lärmmessgerät festgehalten und ausgewertet. Die folgende Graphik fasst die Einzelmessungen je Messstelle in Form des Mittelungspegels über 5 Stunden zusammen, der ein Maß für die mittlere Dauerbeschallung darstellt:

 

 



Die rote Linie markiert die amtlich festgelegte Höchstgrenze für Gewerbelärm, die zur Darstellung der Größenordnung der Lärmbelästigung herangezogen wurde. Alle Mittelungspegel überschreiten den Grenzwert von 45 dB(A), der höchste um das 4,6-fache; er wurde von 1.900 Fahrzeugen in fünf Stunden verursacht.

Für Mittelungspegel über 50 dB(A) führt das Umweltbundesamt aus:

„…..Tagsüber ist bei Mittelungspegeln ab 50 bis 55 dB(A) außerhalb des Hauses zunehmend mit Beeinträchtigungen des psychischen und sozialen Wohlbefindens zu rechnen.…..“

Dieser Bereich ist in der Graphik gelb eingefärbt und wird bei fünf der sechs Messstellen überschritten.

Ergänzend zum Mittelungspegel wurden die Verursacher von Pegelspitzen zwischen 70 und 80 dB(A) ermittelt. Diese werden nahezu ausschließlich von Motorrädern und zu schnell fahrenden PKWs verursacht. Bei Motorrädern ist dies bauartbedingt - der EU-Geräuschgrenzwert für deren Zulassung liegt exakt auf dem Niveau schwerer LKW.

Folgende Graphik zeigt auszugsweise die Verursacher der Pegelspitzen im Verlaufe einer Stunde:




  

 



Für solche Pegelspitzen (Momentanpegel) führt das Umweltbundesamt aus:

„….Akute körperliche Reaktionen können je nach Affektlage schon bei sehr niedrigen Momentanpegeln eintreten. Sie setzen unabhängig von der Affektlage bei Momentanpegeln oberhalb von 60 dB(A) ein. Bei Pegeln oberhalb von 75 dB(A) sind deutliche Verschiebungen der physiologischen Gleichgewichtslage zu erwarten….“

75 dB(A) wurden in diesem Beispiel siebenmal in einer Stunde überschritten.

Des Weiteren wurden in den letzten Jahren Geschwindigkeitsmessungen in der 30 km/h-Zone des Ortes durchgeführt. Veranlassung hierzu waren einerseits die Tatsache, dass i. Allg. die Lärmemissionen umso größer sind, je schneller Fahrzeuge fahren; andererseits war der Eindruck ausschlaggebend, dass die im Ort gefahrenen Geschwindigkeiten über den zulässigen Werten liegen, und dass die offiziellen Messungen dies nicht wieder­geben. Das trifft insbesondere auf Tagesrandzeiten zu, bei denen eine amtliche Geschwindigkeitsmessung weniger wahrscheinlich ist.

Die Messungen wurden in den Jahren 2003, 2007, 2009 und 2010 durchgeführt, und zwar zu den Tageszeiten 04h-07h, 11h45-12h30 und 18h-24h. Dabei wurden schwerpunktmäßig schnell fahrende Fahrzeuge stichprobenartig erfasst.

Die folgenden Diagramme zeigen die Daten aus den Jahren 2009 und 2010 für die Morgen- bzw. Abendstunden, jeweils nach Fahrtrichtung unterschieden in einwärts (bergauf) bzw. auswärts (bergab) fahrende Verkehrsteilnehmer in der Ernst-Eisenlohr-Str. Die zugelassene Geschwindigkeit von 30 km/h ist rot hervorgehoben.


                              

Diese Überschreitungen gelten unabhängig vom Wochentag, wie folgende Graphik zeigt.


Aus diesen Ergebnissen ergibt sich für uns die Schlussfolgerung, dass die vorgegebenen Beschränkungen im Heilbad Badenweiler häufig nicht eingehalten werden.