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Briefe von Bürgern und Gästen seit 2009

Am 26.1.2009 gab es ein Schreiben des Bürgermeisters an alle Bewohner der Luisenstraße, in dem mitgeteilt wurde, dass in der Luisenstraße verschiedene Ungestaltungsmassnahmen beschlossen wurden, u.a. dürfen auf den öffentlichen Verkehrsflächen nur noch Pflanzkübel entsprechend dem Muster der Gemeinde bzw. der BTT sowie, in Abstimmung mit der
Gemeinde, hochwertige Pflanzkübel aufgestellt werden. Auch sollen die "privaten" Pflanzkübel im öffentlichen Verkehrsraum reduziert und ggf. durch andere Gestaltungselemente ersetzt werden.
Falls Pflanzkübel aus Plastik, Ton, Beton oder Waschbeton aufgestellt sind, müssen diese entfernt werden.
Man geht in der Gemeinde davon aus, dass eine Vielzahl der Pflanzkübel nur aufgestellt sind, um das unberechtigte Parken auf den Verkehrsflächen zu verhindern, das trifft natürlich voll zu. Der Gemeinderat und die Verwaltung werden bemüht sein, so heisst es in dem Schreiben, bald andere Gestaltungselemente im Bereich Luisenstraße aufzustellen.
Mein Mann und ich waren davon begeistert und wir haben der Gemeinde zugesagt, € 100.-- zu spenden, wenn man dann auch, vor unserem Haus in der Luisenstraße, Gestaltungselemente aufstellen würde.
Es wäre doch schön, wenn in der Luisenstraße, wie inzwischen auch in Bad Krozingen, ein einheitliches Bild mit Pflanzkübeln wäre. Leider haben wir von dieser Aktion nichts mehr gehört.



Badenweiler eine Oase der Ruhe ?

So steht es in dem amtlichen Mitteilungsblatt der Gemeinde vom 21. August 2008.

Was sagen die erholungssuchenden Kurgäste dazu, wenn besonders an den Wochenenden z.B. an der Blauenstraße stündlich ca. 240 Autos und 30 Motorräder verkehren, so gezählt von unserem Balkon aus? Nicht nur der Lärm, auch die unzumutbare Luftverschmutzung muss man anscheinend als Feriengast akzeptieren. Warum ist der Durchgangsverkehr so umfangreich?

Badenweiler verfügt doch über großzügige und gebührenfreie Parkplatze, sowie über eine Tiefgarage im Ort, die jedoch viel zu wenig frequentiert werden.

Die Geschwindigkeitsbegrenzung mit 30 Km/h wird insbesondere an der Blauenstraße missachtet! Ein Grund dafür sind auch die mangelhaften Straßenmarkierungen, die verwittert sind und dringend übermalt werden sollten. Zur Beachtung der Geschwindigkeitsbegrenzung kann man doch die Beschriftung 30 Km mit einem großen roten Ring versehen, wie es schon an vielen Orten ausgeführt wurde. Außerdem wären Ausbuchtungen an der Blauenstraße zu prüfen, was sich ja an der Ernst-Eisenlohr-Straße bewährt hat.

Wenn Badenweiler eine Oase der Ruhe sein mochte, sollte man nicht nur an die Tagesgäste, sondern vermehrt auch an die Kurgäste denken, die sich Ruhe und gute Luft wünschen und dann auch wieder gerne Ferien in Badenweiler verbringen.

13 Eigentümer eines Wohnhauses an der Blauenstraße, März 2009


Sehr geehrte Damen und Herren der Arbeitsgruppe „Ambiente“,

wir können den Weg, den Ihr Bürgerforum eingeschlagen hat, nur begrüßen, und zwar im Sinne des Kurortes Badenweiler.
Wir sind ein Ehepaar aus dem Münsterland, das schon seit 1996 regelmäßig- in den letzen 2 Jahren sogar dreimal pro Jahr in Ihren Kurort kommen, um die Thermen zu nutzen und Erholung zu suchen.
Die Thermen kann man als lärm-und stressempfindlicher berufstätiger Mensch nur noch von 9:00 bis maximal 11:00 besuchen, denn dann wird es laut und lustig- wie im Spaßbad, nur die Rutschen und Röhren fehlen noch. Letzter „genialer Einfall“ Ihrer Badleitung ist das Aqua-cycling, was kostenpflichtig ist und wofür ein Teil des sowieso schon kleinen Badebereiches abgesperrt wird. Die Ansage der Physiotherapeuten, die die Aquagymnastik durchführen, waren bei der Einführung (mit Photos und Presse-klar!) kaum noch zu vernehmen.
Nun zu der Verkehrsbelastung, die Ihr Bürgermeister nicht wahrhaben will.
Wir wohnen in der Moltkestraße und können bei schönem Wetter den sonnigen Balkon weger der Lärmbelästigung gar nicht nutzen, es sei denn wir nähmen Ohropax zu Hilfe. Es ist lauter als in der Großstadt , in der wir wohnen. Anlieferverkehr, Motorräder, Badegäste, die aus der Schweiz und Frankreich einfliegen tun ihr Übriges. „Sportliche“ einheimische Autofahrer ignorieren Zebrastreifen, die Parksituation ist ebenfalls eine Lachnummer, denn es wird den ganzen Tag auch da geparkt, wo eigentlich nur ein Kurzzeitparken erlaubt ist- ohne dass dies eine Konsequenz nach sich ziehen würde.
Als „Kurgäste“ (Selbstzahler) des Kurbezirkes 1 bezahlen wir pro Tag und pro Person einen Beitrag von 2,80 und haben dafür den meisten Verkehrslärm zu ertragen. Darüber hinaus bringt der Kurbeitrag auch sonst keine Vorteile, denn eine 5er oder 10er Karte für das Bad ist billiger als ein Eintritt mit Kurkarte- kommt also in erster Linie den Tagesgästen zugute. Der Eintritt in den Kurpark oder in den Park der Sinne ist ebenfalls kostenfrei für alle- warum sollte man also Langzeitgast in Badenweiler selbst sein?
Wir mögen die Landschaft und das milde Klima hier , aber dies ist in den kleineren Orten der Umgebung, die kostengünstiger und ruhiger sind, ebenfalls zu haben.
Wir sind keine Dauernörgler (kritische Menschen werden leider in dieser Hinsicht oft stigmatisiert) und auch keine ewig „Gestrigen“, schließlich kommen wir aus einer Großstadt.
Wir bedauern nur als Gäste, die viele Jahre hier ihren Urlaub verbracht haben, dass die Entwicklung Badenweilers weg vom Kur-und Kulturort zum Ort des Massenbetriebs wird und somit die Einordnung des Ortes als „Kurort“ langfristig nicht mehr gerechtfertigt ist.
Wenn ich Masse statt Klasse haben will, kann ich künftig eine Pauschalreise („All inclusive“) in die Türkei zu einem günstigeren Preis buchen- Kultur gibt es dort auch und die Sonne ist mitgebucht.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Durchhaltevermögen bei Ihrer Aktion, damit ein Stück des alten liebenswerten Badenweilers (nicht altmodischen) erhalten bleiben kann. Vielleicht können Sie Ihren „fortschrittsgläubigen“ Bürgermeister ja doch noch überzeugen.


Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

vor einigen Jahren wurden die Anwohner der Römerstr. von Ihnen aufgefordert, die vor den Häusern auf der Strasse aufgestellten Blumenkübel und anderen Utensilien zu entfernen, um den Begegnungsverkehr nicht zu behindern.

Eigentlich dürfte in einer Anliegerstrasse, die zudem talaufwärts kommend nicht befahren werden darf, praktisch kaum „Begegnungsverkehr“ stattfinden. Da es sich zudem um eine Spielstrasse mit vorgeschriebener Schrittgeschwindigkeit handelt, sollten die Verkehrsverhältnisse, die nicht zuletzt zum Schutz der anliegenden Hotels und deren Gäste eingeführt wurden, ruhig und überschaubar sein.

Das Gegenteil jedoch ist der Fall und stellt sich wie folgt dar:
1. Die vorgeschriebene Geschwindigkeit wird in den seltensten Fällen eingehalten. Auswertungen des von uns vor einigen Jahren auf eigene Kosten angeschafften Messgerätes machen deutlich, dass der überwiegende Teil der Verkehrsteilnehmer das Tempolimit nicht einhält. Zudem wurden Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 70 km/h gemessen. 

2. Nachdem am Eingang der Römerstr. die große Hinweistafel auf die Spielstraße entfernt wurde, hat die Parkhäufigkeit insbesondere von Thermalbadbesuchern stark zugenommen. Kontrolliert wird höchst selten, an Wochenenden und Feiertagen praktisch nie. Als Anlage füge ich Fotos bei, die am Nachmittag des Ostermontags aufgenommen wurden.

3. Talaufwärts werden von einer nicht geringen Zahl von Verkehrsteilnehmern die Kirchwege entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung verbotenerweise befahren. Dies beginnt bereits ab 4.00 h Morgens, wenn Arbeitnehmer den Unteren Kirchweg mit hoher Geschwindigkeit talaufwärts durchfahren und endet spät nachts, wenn Angestellte von Gastronomiebetrieben die Strasse als Abkürzung ebenfalls mit hoher Geschwindigkeit passieren.

4. Die Römerstraße wird, obwohl als Anliegerstraße ausgewiesen, talabwärts von vielen, vornehmlich einheimischen Fahrzeugen, als Abkürzungsweg genutzt.

5.Lieferverkehr findet nicht nur wie vorgeschrieben, bis 11 Uhr vormittags statt.

Aus Ihren Aussagen, die in den letzten Tagen in einigen Zeitungsberichten zu lesen waren, ist zu entnehmen, dass Sie die Auffassung vertreten, genügend Maßnahmen zu ergreifen und die Verkehrsituation im Griff haben. Die von mir aufgeführten Aussagen machen jedoch das Gegenteil deutlich. In Prospekten und im Internet bewerben wir unseren Standort als Vermieter von Ferienunterkünften mit Attributen, die wir durch unsere unmittelbare Lage am Kurpark in einer verkehrsberuhigten Zone guten Gewissens eigentlich verwenden sollten, inzwischen jedoch uns kaum noch trauen dies zu tun.

Häufig werden wir von Gästen auf die Lärm- und Verkehrssituation in Badenweiler angesprochen. Wir wünschen uns, dass diese Gäste auch künftig, den Ort als Urlaubsziel wählen und bieten Sie uns mitzuteilen, welche Maßnahmen Sie gedenken einzusetzen. Die sehr lasche Handhabung von Kontrollen hat inzwischen dazu geführt, dass sich Verkehrsteilnehmer förmlich aufgerufen fühlen, Verbote zu ignorieren.

Ich kann mich nicht erinnern, ob im vergangenen Jahr überhaupt einmal eine Radarkontrolle in der Römerstr. stattgefunden hat und frühere Polizeikontrollen, die durchfahrenden Verkehrsteilnehmer überprüft haben, gibt es schon lange nicht mehr.

Mit der Bitte um eine Stellungnahme mit freundlichen Grüßen


Danke für Ihre präzisen und aussagekräftigen Analysen.

Meine Frau und ich wohnen seit April 2010 im eigenen Haus in der Bismarckstrasse, und obwohl wir keine Kurgäste sind, war die "Ruhe" ein wichtiges Argument beim Entscheid dafür, nicht mehr in Basel, wo ich meinen Arbeitsmittelpunkt habe, sondern in Badenweiler zu leben - und hier auch meine Steuern zu zahlen.

Ihre Beobachtungen kann ich aufgrund von - nicht exakt überprüften - Erfahrungswerten unterstreichen. In der Bismarckstrasse einen Autofahrer zu finden, der sich an die vorgeschriebenen 30km/h hält, dauert lange. Dafür finden sich neben penetranten Lastwagengeräuschen in den frühesten Morgenstunden nachts und sogar tagsüber immer wieder auch Personen, die (konservativ geschätzte) 70 km/h auf den Tacho bringen. Manchmal kommt mir die Bismarckstrasse wie eine Rennstrecke vor. Dankenswerterweise hat der Bürgermeister auf meine Bitte hin einen neuen "30km"-Hinweis auf die Strasse anlegen lassen. Mein Eindruck jedoch nach einigen Monaten: Es hat sich dadurch gar nichts am Fahrverhalten der passierenden Autos geändert. Auch der vor einigen Monaten von der Gemeinde lancierte Versuch, Geschwindigkeitsmessungen an verschiedenen Stellen Badenweilers vorzunehmen und diese (zum Teil) im Amtsblatt zu publizieren, wird vermutlich nicht wirklich aussagekräftige Ergebnisse gezeitigt haben. In der Bismarckstrasse konnte ich beispielsweise beständig beobachten, wie Autos kurz vor dem entsprechenden Messkasten scharf abbremsten und so deutlich unter der Geschwindigkeit erfasst wurden, die sie zuvor hatten.

Verändert werden müsste wohl auch das Bewusstsein der ortsansässigen Bevölkerung (und ich nehme mich hier selbst gar nicht aus!). Zwar nicht der Durchgangsverkehr, aber doch die Gäste orientieren sich wohl vorrangig am Fahrverhalten der Einheimischen. Das Signal der lokalerfahrenen Geschwindigkeitsübertretenden an alle anderen ist, dass nicht mit Konsequenzen zu rechnen ist, wenn gegen Vorschriften verstossen wird. Sicher wäre die Einrichtung mobiler Blitzkästen eine erfolgversprechende Massnahme. Doch das Bewusstsein gerade der Einheimischen dafür, dass man in einem Kurort lebt (was ja keineswegs selbstverständlich ist), könnte wohl am Ehesten dadurch gestärkt werden, dass zum Beispiel das Zone 1-Arreal als verkehrsberuhigt ausgewiesen würde.

Meine Frau wird, wenn alles wohl verläuft, in drei Wochen ein Kind zur Welt bringen. Ich habe mich dafür entschieden, es in der Kurzone unseres Heilbades aufwachsen zu sehen - und erhoffe mir, dass die hierfür angemessene Verkehrssicherheit und Ruhe gewährleistet werden kann.

Mit besten Grüssen und nochmaligem Dank für Ihre Initiative,


Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

seit vielen Jahren kommen wir mehrfach im Jahr zu Erholung nach Badenweiler. Neben dem Hotel Post haben wir auch eine FeWo im Zentrum (wie zurzeit wieder für 14 Tage) gebucht. Hauptgrund für unser Kommen ist die Entspannung in Ihrem "Heil- und Thermalbad". Von Ruhe und Erholung kann an diesem Ort schon längere Zeit keine Rede mehr sein !

Ab 11:00 strömen Massen von Tagesgästen in die Therme und lassen nicht einmal eine ungestörte Wasser- und Krankengymnastik zu. Es wird getaucht, vom Beckenrand gesprungen, laut geschrien und zwischen den Gymnastikteilnehmern hindurch geschwommen. So z.B. am Montag, dem 31.10., an dem die Übungsleiterin die Übung mehrfach unterbrechen musste und ohne merklichen Erfolg um Rücksicht bat. Die mehrheitlich französischen Erwachsenen und Kinder verstanden wohl die Sprache nicht. Schließlich wurde quer durch das Becken ein Plastikabsperrband gezogen, damit die Übungen fortgeführt werden konnten. Diese Maßnahme hatte Erfolg, wurde jedoch rückgängig gemacht.

Auch im Marmorbad ist es nicht möglich, die nötige Ruhe zu finden. Auch hier herrscht trotz Beschilderung (Ruhe bitte) "Spaßbadatmosphäre". Der Whirlpool wird häufig von Eltern mit Kleinstkindern und Säuglingen (mit Windeln, z. T. mit Schwimmflügeln und Schwimmreifen ausgerüstet), über längere Zeiträume besetzt. Wie oben erwähnt, hatte die "Spannbandaktion" Erfolg.

Wir glauben, dass durch eine entsprechende zeitliche Infrastruktur (Wasser-Gym. von z. B. 9:30 - 12:30 mit entsprechenden organisatorischen Maßnahmen (Reservierung des Beckens, zusätzlicher Aufsicht durch den Bademeister/die Gym-Lehrerin ist hier überfordert, einer entsprechenden Lautsprecheransage in deutscher und französischer Sprache) für beide Adressatengruppen (Kurgäste und Familien mit Kindern) ein erfolgreicher Ausgleich im Interesse aller vorgenommen werden könnte.

Wenn wir weiterhin keine Erholung mehr im Bad finden, müssen wir uns leider einen anderen Erholungsort suchen. Hervorragende Spaßbäder gibt es in unserer Region/NRW mehr als genug, deswegen kommen wir nicht hierher. Schade, denn wir haben uns in Ihrem Ort (2011=6 Wochen Urlaubszeit hier) bisher sehr wohl gefühlt.

Mit Bestürzung sehen wir auch den wiederholten Vandalismus im Kurpark und auf der Hauptstraße in den letzten Tagen, und das nicht nur zu Halloween.

Zum Schluss ein wohlgemeinter Tipp: Vielleicht sollten Sie sich im Selbstversuch zu entsprechenden Zeiten mal ein eigenes Bild von den Zuständen im Thermalbad Ihres schönen Ortes machen.

Wir hoffen, dass Sie dieses Schreiben als Anregung zur Verbesserung und Hilfe zur Bewältigung des schwierigen Spagates zwischen Kur- und Spaßbadekultur annehmen. Wenn sich Zeiten ändern, muss man Strukturen neu überdenken.

Mit freundlichen Grüßen


Sehr geehrter Damen und Herren,

Ich bin gebürtig aus Badenweiler, lebe jedoch seit über drei Jahrzehnten mit meiner Familie in .....

Meine Mutter, 90-jährig, bewohnt seit ihrer Kindheit das Wohnhaus an der Weilertalstraße - Ortsmitte Oberweiler. Als tapfere Spaziergängerin ist sie noch täglich mit dem Rollator entlang der Weilertalstraße Richtung Niederweiler unterwegs, doch die Verkehrssituation im Ort , besonders das Überqueren der Straße macht ihr sehr zu schaffen.

Durch den Umstand, dass nun für das elterliche Wohnhaus eine Generalsanierung anstand, war es mir möglich, über einen Zeitraum von mittlerweile 12 Monaten, neben den Arbeiten am Haus auch im Besonderen den lebhaften Berufs- und Schwerlastverkehr unter der Woche sowie die Motorrad-Kolonnen an den Wochenenden kritisch beobachten zu können. Mein bisheriges Fazit :

Badenweiler (Oberweiler) hat zweifellos ein Verkehrsproblem:

Für die direkten Anwohner der Weilertalstraße ist die gegenwärtige Verkehrssituation (zu schnell, zu laut) sehr belastend und es mindert ihre Lebensqualität in erheblichem Maße; die Zone-40 wird von den meisten Verkehrsteilnehmern als solche nicht wahrgenommen - man fährt i.d.R. 50 km/h und mehr. 
Das Überqueren der Weilertalstraße ist für Kinder (i.d.R. Schulkinder) und insbesondere für ältere Menschen (u.a. vom Altenheim Bethesda) während der Hauptverkehrszeit (8 -18 Uhr), auch an den Zebrastreifen, äußerst gefährlich; diese Situation ist für einen Kurort unverantwortlich.
Zwei Übergänge entlang der Weilertalstraße; in der Ortsmitte (Zebrastreifen/Bäckerei) und Ortseingang (Westseite/Insel) werden von vielen Verkehrsteilnehmern ignoriert bzw. übersehen, weil nicht eindeutig markiert oder als sicherer Übergang nicht ausgewiesen.
Die ausgewiesenen Parkflächen, beidseitig entlang der Weilertalstraße, bewirken durch ihre Anordnung an manchen Stellen (Bäckerei) ein erhöhtes Risiko für alle Passanten, die die Straße am Zebrastreifen überqueren möchten. Der Mensch sollte doch noch immer Vorrang haben, vor dem stetig wachsenden Individual- und Berufsverkehr!

Meine Maßnahmenvorschläge:

1. Ausweisung Zone-30 in Oberweiler, Weilertalstraße
2. Permanente oder zumindest regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen
3. Eindeutige, von weitem sichtbare Markierung der Übergänge (Zebrastreifen)
4. Entschärfung der potenziellen Gefahrenstellen (Parkflächen)
5. Geeignete Maßnahmen (Schwelle/Farbband) an den Ortsein- und ausgängen zur Reduzierung der Einfahrts-Geschwindigkeit

Es gibt viele gute Beispiele von verkehrsgedämmten Ortsdurchfahrten im Umland wie auch im Elsass entlang der Weinstraße.

Mit freundlichen Grüßen


Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich möchte gerne zu Ihrem Arbeitspapier Stellung nehmen. Leider ist es schon einige Monate alt, ich selbst habe es erst vor ein paar Tagen in meinem Briefkasten gefunden. Meine Frau, ursprünglich Französin, und ich, Schweizer Bürger, in Basel geboren, wohnen seit etwa 2 Jahren hier in Badenweiler.

Wir finden das Dorf sehr angenehm und haben den Umzug aus Westfrankreich im Grossen nicht bereut. Wie Sie aus der Adresse sehen, wohnen wir im eigentlichen "Zentrum" des Ortes. Wie ich Ihrem Papier entnehme, empfinden einige Ihrer Mitbürger, dass Badenweiler "zu lärmig" sei. Es wird über Motorradlärm geklagt und dass das "Image" nicht den Bildern von stillen Matten, weidenden Kühen usw. entspräche.

Das stimmt sich bis zu einem gewissen Grade, nur muss man dazu bemerken, dass die meistbesuchten Touristenziele weltweit auch die lärmigsten sind (z.B. New York, Paris, London, Rom,Hongkong, Shanghai). Natürlich sind solche Orte nicht mit unserem Dorf zu vergleichen, nur möchte in Frage stellen, dass der Durchschnittstourist Badenweiler tatsächlich "der Ruhe wegen" besucht.

Vielmehr scheint festzustehen, dass die Hauptziele die beiden Bäder "Thermen" und Freiluftbad sind. Dazu kommt nocht die Attraktion der etlichen Restaurants und Cafes im Dorf, besonders diejenigen, die eine gut gelegene Terrasse besitzen (Cafe Grether, Luisenstuben, Cafe Gerwig, Redcoffeebox). Die Terassen sind an einem guten Sonntag überfüllt, und die beliebtesten Terrassen sind diejenigen, die sich gleich am Rande der "lärmigen" Strassen befinden. Ja, es scheint, dass die Besucher den "Rummel" sogar bevorzugen. Trotz alledem sind die wirtschaftlichen Vorrausetzungen für die Gaststättenbetreiber offenbar nicht besonders gut.

Das "Prunkhotel" von Badenweiler "Römerbad" ist seit Jahren von einem Konkursverwalter betrieben. Das Hotel Sonne serviert kein Mittagessen mehr, außer an Wochenenden. Viele Hotels und Pensionen sind eingegangen oder serbeln hin. Einige der Verkaufsläden an der Luisenstraße stehen schon lange leer, und einige andere geben nicht den Anschein von grosser Vitalität. Die Gemeinde müsste sich bemühen, noch mehr für die Attraktivität des Ortes zu tun. Die meisten dieser Anstrengungen gehen nicht in Richtung "mehr Ruhe".

Dabei wäre eine bessere Durchsetzung der Geschwindigkeitsbegrenzungen im Dorf durchaus angebracht. Aber es fehlt an leicht zugänglichen, nicht abliegenden Parkplätzen. Für die vorhandenen sind die Anmarschwege zu mühsam. Es gäbe sicher noch einige Möglichkeiten, Badenweiler zu mehr Anklang zu verhelfen. Ein Gratispendelverkehr zwischen den Parkplätzen und dem Ortszentrum, als Beispiel.

Hoffentlich habe ich etwas zur "Klarsicht" beigetragen.